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15.11.2018

Präsentation des Hafens Triest in München: neue Investitionen in der Eisenbahninfrastruktur und künftige Entwicklungspläne

Der Hafen Triest ist einer der wichtigsten in Europa, allein schon aufgrund seiner strategisch günstigen Lage. Umso wichtiger ist es, die Bedeutung dieses norditalienischen Knotenpunkts hervorzuheben und ihm die  entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Aus diesem Grund hat ITALCAM am Dienstag, dem 13. November, in der IHK Akademie in München ein Event organisiert, bei dem der Hafen dem bayerischen Publikum vorgestellt wurde. Immerhin bestehen zwischen Bayern und der Region Friaul Julisch Venetien  enge und bewährte Handelsverbindungen.

Francesco Leone, der Erste Botschaftsrat der Italienischen Republik in Deutschland, war eigens aus Berlin gekommen, um die Informationsveranstaltung zu eröffnen und stellte vor den rund 150 Gästen das erhebliche Wachstum des Hafens Triest, der ja bereits im 18. Jahrhundert gegründet wurde, heraus: „Es ist eine Erfolgsgeschichte, die auch in Zukunft fortgeschrieben wird.“ 

Alessandro Marino, Geschäftsführer von ITALCAM, die das Event organisiert hatte, war es wichtig zu eruieren, welche Bedürfnisse die Unternehmer haben und wie man die bayerische Wirtschaft Mithilfe des Hafens noch besser bedienen kann. Für ihn steht fest: „Ein starker Hafen Triest ist auch zugleich eine Stärkung eines wirtschaftlichen Europas.“ Alessio Lilli, Präsident und Geschäftsführer der Transalpinen Pipeline TAL, die Rohöl vom Hafen Triest zu den Raffinieren in Mitteleuropa befördert, betonte: „Meine Erfahrungen zeigen mir deutlich die vielen Vorzüge des Hafens Triest.“ 

Schließlich trat der Hafen-Chef selbst, Zeno D’Agostino, auf die Bühne, um diese Vorzüge genauer zu erläutern und erwähnte zunächst die Reform der Italienischen Häfen, die 2016 in Kraft trat und die alten Autoritäten und Strukturen aufgelöst hat, um so den Weg frei zu machen für einen modernen, flexiblen und effektiven Hafen Triest, der künftig neue Aufgaben bestreiten wird: „Die Welt verändert sich, Amerika rückt weiter weg, dafür kommt China immer näher“, so D’Agostino, weshalb der Hafen gerade auch im Hinblick auf die neue Seidenstraße - The Belt and Road Initiative - eine wichtige Rolle spielen dürfte. Und das erfülle ihn mit „maximalem Stolz“. 

Das Wachstum des Hafens im Hinblick auf den Güterverkehr ist jedenfalls enorm: im Zeitraum von 2015 bis 2017 ist er um 45% gestiegen. Aber auch auf hoher See ist er vorne dran, und das nicht zuletzt aufgrund seiner natürliche Beschaffenheit: Er ist bis zu 18 Meter tief und lässt auch die neuesten Container-Schiffe problemlos einfahren. Wie sagte D’Agostino: „Wir sind am richtigen Ort zur richtigen Zeit!“ Aber das Wichtigste, das betonte er am Ende seiner engagierten Rede, seien die Bahn und ihre Menschen, die das wirtschaftliche Wachstums des Hafens überhaupt erst möglich machten. 

Im Anschluss folgte eine rege Podiumsdiskussion mit den Experten Daniel Jähn, dem Leiter Betrieb von der Kombiverkehr GmbH & Co. KG, Sebastian Lechner vom Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen sowie Alexander Goldemund vom Landesverband Bayerischer Spediteure, die mit dem Moderator des Abends, Gerhard Grüning, seines Zeichens Chefredakteur der Verkehrs-Rundschau, unter anderem über die Rolle der Deutschen Bahn und die Zufriedenheit der bayerischen Spediteure sprach. Laut Alexander Goldemund sind diese „sehr zufrieden mit der Lage des Hafens Triest“, denn: „Man kommt nicht schneller nach China als über die Hafen Triest. Ein Traum für Spediteure.“ Auch Sebastian Lechner, der die Entwicklung des Hafens in den letzten zwanzig Jahren beobachtet hat, stimmte zu: „Der Hafen Triest ist der richtige Standort.“ 

Am Ende sprach Frau Karin Jäntschi-Haucke vom Bayerischen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, auf dem Podium und betonte, dass Bayern einen starken Hafen Triest brauche: „Wir müssen uns wappnen, der Güterverkehr wird zunehmen und Italien ist und bleibt ein wichtiger Handelspartner für Bayern.“ Sie freue sich, dass „wir alle an einem Strang ziehen.“ 

Beim anschließende Networking mit italienischem Catering wurden hierfür schon mal die Weichen gestellt..  

 

* Fotos: Valerio Agolino

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